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Am gestrigen Tag stand Deutschland still. Grund: ein erfolgreicher und scheinbar glücklicher junger Mann hat sich das Leben genommen. Sein Tod war sinnlos, doch er muss es nicht bleiben. Die derzeitige Öffentlichkeit bietet die Chance unsere Gesellschaft für ein Tabuthema zu sensibilisieren – Depressionen. Ein Leiden, das zu den häufigsten und unterschätztesten Erkrankungen gehört.

Nach Aussage der Stiftung Deutsche Depressionshilfe leiden in Deutschland derzeit ca. vier Millionen Menschen an einer behandlungsbedürftigen Depression. Jeder fünfte Deutsche erkrankt ein Mal im Leben daran. Nur eine Minderheit erhält eine optimale Behandlung, weil viele die Symptome nicht erkennen oder verschweigen.

Besonders in einer zeitlich sowieso begrenzten Sportkarriere, wo jeden Tag Leistung und Härte gefragt sind, gelten Ängste als Erfolgskiller und Ausgrenzungsfaktor. Sebastian Deisler, der erste deutsche Fußballerprofi der seine Depressionen öffentlich machte, hat kürzlich in einem ZEIT-Interview von Schikanen in der Mannschaftskabine gesprochen. Sicherlich war es die Krankheit, die seine Karriere beendete, aber es war die Gesellschaft, die ihn ausschloss, weil es ihr an Verständnis fehlte. Ein Zustand, der sich durch eine offene Debatte um den Tod von Robert Enke ändern könnte.



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