• GEFRAGTsein

Ein Beitrag auf NEON.de warf vor einiger Zeit die Frage auf, ob man Freundschaften beenden oder einschlafen lassen soll? Eigentlich tendierte ich zu letzteres, doch dann las ich Dominiks Beitrag „Freunde Löschen.“ und dachte noch einmal darüber nach. Sollte eine Freundschaft (selbst wenn sie es irgendwie nicht mehr ist) es nicht wert sein, ein klangvolles Ende zu finden?



9 Responses to “Das Ende einer Freundschaft”  

  1. ich habe gerade mal meine buddy-liste und studivz-liste durchgeschaut und jeweils nur 3-4 gefunden, die ich nicht als „freund“ oder enger bekannter bezeichnen könnte. viel schlimmer: bei fast 50% müsste ich mich mal wieder melden. und nein, freundschaften kann man nicht beenden, man kann sie nur verlieren. weil man unachtsam war.
    und wenn man sehr gute freundschaften verliert, dann verliert man ein teil seiner identität, manche sagen auch, seines herzens. aber das klingt mir zu pathetisch.

  2. 2 Eugen

    Wozu soll das zum Teufel gut sein Freundschaften zu beenden/löschen?
    Bin ich der einzigste, der den SInn nicht sieht?

    Gruß, Eugen

  3. Menschen verändern sich und das nicht immer nur zum Guten. Manchmal lernt man sie vielleicht auch erst nach vielen Jahren richtig kennen und plötzlich stören einen mehr Charaktereigenschaften, als das eine Freundschaft vertragen kann. Und irgendwann bleibt man stehen oder zieht davon. Bloß sollte man sagen: „Hey du merkst ja selbst, dass wir uns nichts mehr zu sagen haben.“ oder lässt man es einfach „einschlafen“?

  4. Kommt drauf an, denke ich. Wenn’s sowieso großen Krach gibt, dann sagt man’s klar und deutlich, wär’ mein Vorschlag. Ansonsten glaube ich, muss man nichts sagen. Wenn der andere sich nicht bemüht, kann man wohl davon ausgehen, dass er/sie ähnlich denkt.

  5. 5 simonde

    Eugen bringst auf den Punkt. Freundschaften sollte man sich erhalten.
    Wenn man sich nichts zu sagen hat und die Sache ‘einschläft’ wird die Liebe so groß nicht gewesen sein.
    Eine Freundschaft verkraftet aber auch wenn man mal nichts sagt.
    Ich finde aber generell, man sollte sich auch auseinandersetzen und nicht heimlich abhauen.

    Myspace, StudiVZ, icq u.ä. Kontakte sind ja nochmal ne ganz andere Sache. Wie sehr Freund kann man schon sein wenn man drei mal ‘Hi’, vier mal ‘lol’ und einmal ‘ja’ gesagt hat!? :)

  6. Richtige Freundschaften, die so eng sind, dass man sich darauf verlassen kann, Hilfe und Zuspruch zu bekommen, wenn man es braucht, müssen nicht beendet werden. Alles andere sind für mich intensivere Bekanntschaften. Michaela hat es ja schon gesagt: Zum Teil lernt man seine Freunde und auch sich selbst erst nach Jahren richtig kennen. Und manchmal passt das eben nicht mehr zusammen.
    Dann wäre ich aber dafür, die Freundschaft auslaufen zu lassen. Ein klärendes, aber direktes Wort kann, denke ich, viel mehr zerstören, als eigentlich gewollt war.

  7. Mir sind leider schon viele Freundschaften (vielleicht waren es aber auch nur Bekanntschaften?) eingeschlafen. Die meisten Opfer forderten meine vielen Umzüge und nun, wo ich schon seit bald 12 Jahren sesshaft bin, beginnt die Wegzugswelle meiner Freunde, weil sie hier in Berlin keine Stelle finden konnten. Allerdings gehe ich fest davon aus, dass diese Freundschaften trotzdem halten werden. Sie wurden in einem reiferen Alter gegründet und intensiver gepflegt als die, die ich im Teenageralter hatte. Außerdem haben wir nun die finanziellen Mittel, uns öfter zu sehen, es gibt das Internet und Telefonflatrates. Das erleichtert den Erhalt der Freundschaft ungemein.
    Wer meine Freunde sind, das können übrigens auch mir Unbekannte erkennen: Das sind die, die den Weg mit vollständiger Adresse und Geburtsdatum in mein E-Mail-Adressbuch, in mein Handy-Telefonverzeichnis UND mein handgeschriebenes Telefonverzeichnis geschafft haben. Und die dann sogar noch, wenn auch nicht immer pünktlich, einen Geburtstagsglückwunsch, liebe Grüße zu Weihnachten und Silvester bekommen.
    @Michaela: Du hast eine sehr schöne Seite! Weiter so.

  8. Oh, vielen Dank. Ich habe erst heute gesehen, dass du meinen Text verlinkt hast. Jetzt nehme ich also auch mal Stellung dazu.

    Zuallererst möchte ich sagen, dass der Text darauf hinaus will, das man nicht ein viel beliebterer Mensch ist, weil man 150 Leute als ICQ-Kontakte nennen kann, aber vielleicht nur mit 30 Leuten was zu besprechen hat, in welcher Art und Weise auch immer.

    @orangensaftnotiz: Ich habe bis jetzt noch nie eine Freundschaft beendet. So mit „Du, wir haben uns nichts mehr zu sagen. Tut mir Leid, das wars.“ Das habe ich noch nie geschafft, obwohl ich es mir manchmal gewünscht hätte. Freundschaften, die irgendwann einmal entstanden sind, schliefen dann wieder ein. Man verlor sich aus den Augen, und das wars. Und wenn man sich dann mal wieder sieht, überraschte Gesichter und freudiges Umarmen oder Küsschen-links-Küsschen-rechts. Das stört viel mehr, als wenn man Freundschaften richtig beendet hätte.

    @Eugen. Ein bisschen mehr hinterfragen, wäre schön. Mit „Freundschaften löschen“ spielt man auf die Community 2.0-Idee hin, dass man ein Freund von jemanden werden kann. Freundschaft hingegen bedeutet viel mehr. Freundschaft, allein auf Web 2.0-Basis ist eher fragwürdig. Da kann man schon mal wieder die Kontakte im ICQ oder auf StudiVZ oder MySpace ausmisten, das mache ich regelmäßig. Und wie Michaela schon sagte: Warum sollte man Freundschaften beenden? Weil man sich nichts mehr zu sagen hat, und die Unterschiede, die einem damals verbanden, heute störend und unmöglich erscheinen. Das gibts. Glaub es mir.

    @wahlberlinerin. Wobei es wohl immer besser wäre, einfach ganz offiziell Schluss zu machen. Die Entgültigkeit eines Freundschaftsbruches lässt mehr Freiheit.

    @simonde. Eben. „Wenn es irgendwann einschläft, kann die Liebe nicht groß genug gewesen sein.“ Stimmt. Aber wie ich schon zur wahlberlinerin meinte, finde ich, dass das offizielle Beenden einer Freundschaft eine größere Tragweite hat. Man kann sich etwas objektiver mit dieser Freundschaft auseinandersetzen.

    @schwindelfrei. Stimmt. Das mit „Freunde löschen“ betrifft schlussendlich doch nur Bekanntschaften, egal in welchem Stadium. Wahre Freundschaften, die überleben so einige Tiefs. Und wenn man da nach Jahren der Freundschaft nicht mehr viel Zukunft abspricht, finde ich es trotzdem besser, ein direktes Wort zu wählen. Denn, manchmal wünscht sich der Eine doch noch mehr Kontakt, der Andere hat derweil längst mit dieser Freundschaft abgeschlossen.

  9. Hinterhergeschoben: MTV und Microsoft haben 2007 eine Studie veröffentlicht, die ergeben hat, dass jeder deutsche Jugendliche 35 Freunde hat, von denen 11 reine Online-Freunde sind, die er persönlich noch nicht getroffen hat. Wer hat denn bitte 35 oder auch nur 24 Freunde?


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