• SPORTLICHsein

Sonntag. 11Uhr. Doppelpass. Deutschlands Fußballexperten diskutieren über die Ereignisse der vergangenen Woche. Nur der Moderator, Jörg Wontorra, der spricht mit Schalkes Ex-Manger Rudi Aussauer lieber über dessen Durchfallerkrankung… Wenn es dann doch mal um Fachwissen geht, verweist er mit seinem Lieblingssatz “Das ist vielleicht auch noch ein Problem, das man besprechen sollte.” vorzugsweise auf Werder Bremen, wo der neutrale Sportjournalist mehrere Jahre im Aufsichtsrat war. Jenseits des Sportfernsehen kommentiert er auch gerne mal in Chartshows oder erzählt der Presse von seinem stressigen Job als Vater von zwei fast volljährigen Kindern.

Reinhold Beckmann kümmert sich auch gerne öffentlich um seinen Nachwuchs. Er beschwert sich offen über zu hohen Leistungsdruck an deutschen Schulen. Er ist eben “cool”, das zumindest versucht er bei Auftritten wie der Moderation zum Vorentscheid des Grand Prix zu vermitteln. Am Ende bleibt beim Zuschauer ein peinlicher Eindruck zurück. Nicht anders läuft es montags bei der ARD, wo er in seinem Talkformat „Beckmann“ den Gästen ganze Sätze abschneidet. Seine Parade-Disziplin bleibt jedoch die des Sportkommentators. Fußball-Fans wissen, wenn Beckmann - dann Fußball lieber ohne Ton!

Keine Frage - Jörg Wontorra und Reinhold Beckmann sind zwei Urgesteine des Deutschen (Sport)fernsehens. Vielleicht liegt genau da das Problem. Es kommt die Zeit, wo man aufhören muss. Sie meine Herren, haben diese schon längst überschritten. Machen Sie Platz für den Nachwuchs, für junge Männer und Frauen (!), die kritische Fragen stellen statt sich mit abgedroschenen Witzen zu profilieren.

Fundstück

10Mai08

• ALLTAGsein

Es gibt viele Dinge, die man täglich beiseite legt. Zum Beispiel die H&M-Quittung, wo das Umtauschrecht noch nicht abgelaufen ist oder die to-do-Liste, weil man noch nicht alles abgehaken konnte. Und dann gibt es noch Dinge, die man unbedingt aufheben will, um sich später daran zu erinnern. Ich habe heute ein Fahrschein vom 07. August 2001 wieder gefunden. Damals konnte ich noch zum Ermäßigungstarif fahren und mit DEM bezahlen. Ich habe ihn aufgehoben, weil ich nicht wusste, ob dieser Tag seine Bedeutung vielleicht erst im Nachhinein erlangt. Heute fast sieben Jahre später, weiß ich es nicht besser. Ich werde ihn wohl wegschmeißen…

• WIRsein

Die Wahlberliner(in) zeigt, was sich künstlerisch so auf den Straßen der Großstadt verewigt hat. Einige nennen es Streetart, andere Beschmutzung öffentlichen Eigentums. Marburg mag es vor allen Dingen politisch.

Koch wählen?

Palästina

• MUSIKseinMein Ohrwurm der vergangenen Wochen…

Foo Fighters - Long Road To Ruin (Live)

• FILMsein

In Uganda ist jede Familie (in)direkt von Aids betroffen. Besonders Frauen und Kinder leiden unter der ungewissen Zukunft. Die Organisation NACWOLA hilft ihnen mit der Krankheit und ihren Folgen umzugehen. Ein wichtiger Bestandteil der Arbeit ist, dass die Mütter mit ihren Kindern über ihre Krankheit sprechen, um sie so auf die Zeit nach dem Tod ihrer Eltern vorzubereiten. Zusammen schreiben sie Erinnerungsbücher, in denen sie von ihrer Herkunft, ihren Lebensgeschichten und ihren Wünsche für ihre Kinder erzählen.

Die Dokumentation “Memory Books” begleitet einzelne dieser Schicksale, die exemplarisch für die Probleme Ugandas sind. Zum Beispiel Harriet, Mutter von drei Kindern, die zusammen mit der Zweitfrau ihres Mannes wohnt und bereits an ihrem dritten Erinnerungsbuch schreibt. Die Frauen erzählen von der Angst, ihre Kinder allein zurück zu lassen und von dem Gefühl ihre Kinder angesteckt und daran verloren zu haben.

Memory Books

Wenn die Möglichkeit besteht, sollte man den Film mit dem englischen Originalton sehen, da die eingesprochene deutsche Übersetzung ein bisschen die Stimmung des Films nimmt.

Memory Books
Regie: Crista Graf
Ort: Uganda

Das Buch zum Film “Damit du mich nie vergisst” erschien im MALIK Verlag.

• GEFRAGTsein

Ein Beitrag auf NEON.de warf vor einiger Zeit die Frage auf, ob man Freundschaften beenden oder einschlafen lassen soll? Eigentlich tendierte ich zu letzteres, doch dann las ich Dominiks Beitrag “Freunde Löschen.” und dachte noch einmal darüber nach. Sollte eine Freundschaft (selbst wenn sie es irgendwie nicht mehr ist) es nicht wert sein, ein klangvolles Ende zu finden?